Moritz Götze in Neuhardenberg und Frankfurt

23.05.2009

Moritz Götze lockt in diesem Frühsommer mit gleich zwei Großausstellungen ins alte Preußen. Bis zum 5. Juli läuft im Schloß Neuhardenberg und seinen Parks die Präsentation "Scapa Flow", nach Aussage des Künstlers seine "bisher schönste Ausstellung". Der "Tagesspiegel" und die "Frankfurter Rundschau" widmeten dem Ereignis Titelseiten, die "Tagesschau" berichtete und Bazon Brock brach zur Eröffnung eine Lanze für den Künstler. Götzes Schau besitzt neben der künstlerischen eine historische Dimension, denn in der Bucht von Scapa Flow fand 1919 die deutsche Flotte ein wenig ruhmreiches Ende.

Neuhardenberg ist das preußische Schloß schlechthin: Friedrich der Großen ermöglichte, Fontane beschrieb, Schinkel erweiterte, Pückler-Muskau und Lenné umpflanzten und der Graf von Hardenberg verlor es nach dem Hitlerattentat. Heute ist das Schloß eine Stiftung unter der Leitung von Bernd Kauffmann, der dafür sorgt, daß hier geistvoll diskutiert, musiziert und Kunst ausgestellt wird.

Bis zum 2. August zeigt das Museum für Junge Kunst im nahegelegenen Frankfurt an der Oder Götzes Präsentation "Männer und Taten". Die Bilder des Künstlers treten in Dialog mit den kolossalen Leinwänden des Reichshistorienmalers Anton von Werner. Es geht um die Kaiserproklamation im Zuge des deutsch-französischen Krieges 1870-71. Diese Ausstellung ist mehr als ein Remake der Saarbrücker Museumsschau von 2007, dort blieben von Werners Bilder verborgen – es hatte politisch korrekte kalte Füße gegeben. Als großartige Dreingabe zeigt Götze in der gegenüber gelegenen Marienkirche sechs Glasfenster.

Sie können den Anfang und das Ende des zweiten deutschen Reiches besichtigen, an historischen Spielorten und in der Umgebung flirrender Kiefernwälder, weißer Schlösser und zahlreicher Seen, eine Stunde von Berlin entfernt. Zur Erholung bietet sich das Schloßhotel Neuhardenberg selbst an – als aristokratische Fünfsterneherberge.