Wieland Payer

Vita

1981Geburt in Erfurt
2000Abitur
2001Beginn eines Architekturstudiums an der TU Dresden
2001Abbruch des Studiums, Arbeit in einer chem. Firma in Jena
2002Aufnahme des Studiums der freien Grafik an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein, Halle bei Prof. Thomas Rug
2006/07Auslandsstudium an der Accademia di Belle Arti, Rom
2008Diplom und Beginn eines MFA in London
2011
MA printmaking am Royal College of Art, London


Werke in öffentlichen Sammlungen

Klingspor Museum Offenbach
Neue Sächsische Galerie Chemnitz
Bundesumweltministerium Berlin
Royal College of Art, London


Einzelausstellungen

2011
Bondasca, Galerie Rothamel, Erfurt
2009Treibhaus, Galerie Rothamel, Frankfurt am Main
2009Diplomausstellung, Galerie der Burg Giebichenstein im Volkspark


Ausstellungsbeteiligungen/ Stipendien

2012
Potenziale, Galerie Rothamel, Erfurt
2011
The future can wait, Victoria House, in Zusammenarbeit mit Saatchi  & Channel 4, London
2011
Wanderlust, The Basement, Kingsland Roaad Studios, London
2011
From Garden City to Green City, Garden Museum, London
2011
Stadt Land Fluss, Jenaer Kunstverein, Jena
2011
Painter-Stainers Runner-up Prize, London
2011
Tim Mara Purchase Award, London
2011
Final Show, Royal College of Art, London
2011
Fokus Junge Kunst, Lindenau-Museum, Altenburg
2010
Anything I Can Do You Can Do Better?, Cafe Gallery, London
2010
Work in Progress Show, Royal College of Art, London
2010Blütezeit, Galerie Rothamel Erfurt
2009Franziska Peter und Wieland Payer, Städtische Galerie Geislingen
2009VIP Show, Royal College of Art, London
2009Everything what I do, can you do better, Café Gallery, London
2008Grafisch, Absolventen und Studenten der Klasse Rug im LIA, Leipzig
2008Flügge, Kunststudenten der Burg Giebichenstein im Schloss Wallhausen
2008Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes
2007Illustrative, Festival für Illustration, Berlin
2007Kernbeißer, Ausstellung der Klasse Rug in der Galerie der UdK, Berlin
2006Sie stehen vor einer Mehrzweckhalle, sechs Studenten der Klasse Rug im Forum für Kunst, Schrammberg
2006coming home, Kunststudenten in der Galerie Krönbacken, Erfurt
2006Burgausstellung, in der ständigen Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt, Brüssel
2006Stipendium des Erasmusprogramms für Rom
2005greater chateau, Ausstellungsprojekt von Kunststudenten zur Jahresausstellung 2004 der Burg Giebichenstein
2005Kurzschluss, bundesweites Vernetzungsprojekt deutscher Kunststudenten, Stuttgart
20042. Preis der Stiftung für christliche Kunst, Wittenberg




Der Gentleman Explorer ist eine rar gewordene Spezies. Zu ihren ersten Vertretern zählten Georg Forster und Alexander von Humboldt, unerschrockene Forscher, kultivierte Geistesmenschen und Künstler zugleich. Sie waren in der Lage, neue Welten zu entdecken, plastisch zu beschreiben und ihren Zeitgenossen aufzuzeichnen. Sie beschäftigten die Phantasie ganzer Völker und schufen Vorstellungswelten, die jahrzehntelang hielten. Wieland Payer ist ein Wiedergänger dieses Menschentyps voller Phantasie und Unternehmungslust. Seine brillanten Drucke und  Zeichnungen bilden entlegene Gebiete mit merkwürdigen Kulturen ab. 
Eine erste Expedition führte ihn in den Kaukasus; seine neueren Reisen versetzen ihn in immer abwegigere Terrains, deren Glaubwürdigkeit  zunimmt, je weiter das Oeuvre des jungen Künstlers sich entwickelt. Einige der von Payer besuchten Kontinente scheinen von dem jungen Georg Forster schon einmal aus der Ferne gesichtet und gezeichnet worden zu sein. Payer geht es „ums Sehen und Staunen, ums Beobachten, vor allem ums Vermessen und Sammeln", schrieb sein Professor Uwe Pfeiffer.

Payers neueste Serie „Bondasca“ beschäftigt sich mit der „Zone“, jenem rätselhaften von Außerirdischen besuchten Gebiet, in welchem es von wunderbaren Artefakten, aber auch tödlichen Fallen wimmelt. Arkadi und Boris Strugatzki beschrieben diese Landschaft in „Picknick am Wegesrand“, Andrej Tarkowski setzte ihr 1978 mit seinem Film „Stalker“ ein cineastisches Denkmal. Wieland Payer transponiert die hypnotischen Motive des russischen Meisterregisseurs ins Engadin und Bergell, wo der Vorromantiker Caspar Wolf (1735-83) die frühesten Hochgebirgsbilder der Kunstgeschichte malte.

Payers Synthese von Science Fiction und romantischer Wahrnehmung entspringt keinem Zufall: Die Masterarbeit des jungen Künstlers gilt der deutschen Romantik. Die atmosphärische Dichte und Perfektion seiner Bondasca-Serie verweist auf Carl Blechen, ihre metaphysische Qualität auf Caspar David Friedrich. Auch die „romantische Ironie“ kommt nicht zu kurz –„Pioniere“, groteske Pflanzenwesen, scheinbar psychedelischen Visionen verrückter Illustratoren entsprungen, besiedeln die unwirtlichen Felsgelände der Schweizer Hochalpen.