HARALD REINER GRATZ - EPOS

HARALD REINER GRATZ - EPOS
08.07.2017 - 18.08.2017
Erfurt
Malerei, Skulptur


Harald Reiner Gratz
EPOS

Galerie Rothamel Erfurt
8. Juli bis 18. August 2017

Zur Eröffnung mit Harald Reiner Gratz am Samstag, 8. Juli 2017 um 20 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich in unsere Erfurter Galerie ein. 
Vorbesichtigung ist ab 18 Uhr möglich. 

Für den gleichen Tag bittet der Künstler ins Angermuseum Erfurt. 
Um 16 Uhr eröffnet dort die umfangreiche Ausstellung „Harald Reiner Gratz: Luthers Stein in Schmalkalden und andere Merkwürdigkeiten der deutschen Geschichte“. 
Zur Einführung spricht Prof. Dr. Kai Uwe Schierz. Es erscheint ein Katalog. 
Die Ausstellung läuft bis zum 3. September 2017.
Angermuseum, Anger 18, 99084 Erfurt
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
 

Harald Reiner Gratz, Colosseum, 2015, Öl auf Holz, 122 × 160 cm; Foto: Falko Behr


Unser visuelles Erinnern ist mehr als je von künstlichen Bildern bestimmt. Sie stülpen sich über die Wirklichkeit und verdecken sie. Aus wie vielen Filmen kennen wir Jesus Christus? Gab es in Jerusalem tatsächlich eine Pferderennbahn oder wurde in „Ben Hur“ geflunkert? War Salomé brünett oder blond? 

Harald Reiner Gratz – Vollblutmaler und bestens beschlagener Cineast – beantwortet derartig kleingeistige Überlegungen mit einer kühnen wie kreativen Volte. Er besetzt das historisch verbürgte und ebenso das frei erfundene Personal kurzerhand selbst. Er rekrutiert seine Darsteller aus der Phantasie, den Medien und dem Kreis seiner Freunde und Bekannten. Salomé darf korpulent wie auch schlank sein und auf alle Fälle sämtliche Haarfarben tragen. Nero sieht aus wie Silvio Berlusconi als junger Mann und das Colosseum - einst Schauplatz öffentlicher Schlächtereien und ein gutgebautes Schandmal menschlicher Grausamkeit - wie ein gehaltvolles Gebäckstück.  

Harald Reiner Gratz, Salomé, 2012, Öl auf Leinwand, 100 x 80 cm

Historische Figuren nehmen bei Harald Gratz viele Posen ein – des Zweifels, des Grübelns, der Herrschsucht, der Angst oder der Unbeholfenheit – aber selten jene der Grandeur oder gar der Grazie (einer seiner zahlreichen Salomés gestattet er letzteres ausnahmsweise dennoch). Sie bleiben immer Menschen, eher Getriebene als Gestaltende. 

Gratzens Peinture ist stets üppig und spontan. Der verschwenderische Umgang mit kostbaren Pigmenten bereitet dem Künstler sichtliche Befriedigung. Gliederte man seine Leinwände und Tafeln willkürlich in Segmente, erhielte man kleine Farbinseln von erlesener Pracht. Der Duktus verweist auf die Expressionisten ebenso wie auf jüngere Meister. Einzelne Partien erscheinen wie kunsthistorische Zitate, erinnern an Greco, Velázquez und den alten Tizian. 

„Man spürt die unbändige Lust des Fabulierers, der den bekannten Geschichten gern noch etwas Rätselhaftes hinzufügt, der die Figuren den Metamorphosen seiner Einbildungskraft aussetzt, den Sinn einer Geschichte auch einmal mutwillig gegen den Strich bürstet, um zu schauen, was dabei herauskommt...“ Kai Uwe Schierz  



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