Erasmus Schröter

Der Leipziger Fotograf Erasmus Schröter erfüllt die Kulissen des Krieges „kraft seiner künstlerischen Arbeit mit Leben (...), mit einem schillernden, irrlichtenden Dasein, mit dem dramatischen Leben des Theaters" (Klaus Honnef).
Als einer der „Nomaden unter den Fotografen“ und „getrieben von lustvollem Spürsinn“ (Christoph Tannert) sucht er die Betoninvaliden des Atlantikwalls, um ihnen in albtraumhafter Atmosphäre noch einmal eine Hauptrolle zuzuweisen. Mit hohem technischen Aufwand exponiert der Lichtbildner die versehrten Veteranen auf der morschen Bühne der Weltgeschichte, wo er den ausgespielten Protagonisten – grell geschminkt von Tragik bis Lächerlichkeit – in Kostüm und Maske einen letzten Auftritt gönnt: mit Licht aufgetakelte Wracks im Strom der Zeit.

(Auszug aus dem Text „Innere Sicherheit?" – Fragmente einer Ästhetik des Schwerzerstörbaren von Harald Kimpel)

Schröter arbeitete als freier Fotograf in Leipzig, verließ 1985 die DDR und übersiedelte nach Hamburg. Er veröffentlichte in renommierten Zeitschriften (Stern, Spiegel, Art, Zeit.Magazin, Tempo, FAZ). Ab 1990 beschäftigte er sich intensiv mit lichtinszenierter Fotografie und verwirklichte die Projekte BUNKER, LAUBEN, PHOENIX, WAFFEN und FLORA. Schröter lebt und arbeitet seit 1997 wieder in Leipzig.