Rodion Petrov

Rodion Petroffs Malerei wirkt zunächst fotorealistisch. Bei näherer Betrachtung tritt eine eigene Bildrealität hervor, die auf die analytischen Psychologie von Carl Gustav Jung, speziell seine Archetypenlehre referiert. Einer der wichtigsten Archetypen Jungs ist die Anima, die innere Persönlichkeit, „weibliche Seite“, die Seele im psychischen Apparat. Literarisch tritt die Anima beispielsweise als Helena in Goethes Faust in Erscheinung.
 
In Petroffs Werken trägt sie immer gleiche Gesichtszüge, die jedoch durch „archetypische Projektionen“, „Interferenzen“ und „Formungen“ überblendet werden. Details des Antlitzes entziehen sich dem Betrachter, andere werden von grellen Lichtmustern aus dem Dunkel gerissen. Die Lichterscheinungen erinnern an Lightshows in Diskotheken, welche die Anwesenden mystifizieren, kollektive Handlungsmuster (den Tanz) begleiten und die Trennung in Persona (Maske) und Schatten (die dunkle Seite) aufheben.
 
Rodion Petroff wurde 1985 in Klaipeda, dem ehemaligen Memel, geboren. Er studierte an der Akademie der Künste in Vilnius und lebt in Litauen.