Erasmus Schröter

Erasmus Schröter zählte zu den interessantesten Fotografen seiner Generation. "Schröter war ein ungemein facettenreicher Künstler, der lustvoll verschiedene Bildsprachen auslotete.“ (Andreas Höll) Schröter arbeitete als freier Fotograf in Leipzig, verließ 1985 die DDR und übersiedelte nach Hamburg. Er veröffentlichte in renommierten Zeitschriften (FAZ, Stern, Spiegel, Art, Zeit.Magazin, Tempo). Ab 1990 beschäftigte er sich intensiv mit lichtinszenierter Fotografie und verwirklichte Projekte wie „Bunker“, „Lauben“, „Waffen“ und „Flora“.

Als einer der „Nomaden unter den Fotografen“ und „getrieben von lustvollem Spürsinn“ (Christoph Tannert) suchte er die Betoninvaliden des Atlantikwalls auf, um ihnen in albtraumhafter Atmosphäre noch einmal eine Hauptrolle zuzuweisen. Klaus Honnef schrieb über seine „Bunker“, ihre Aufnahmen erfüllten die Kulissen des Krieges „mit einem schillernden, irrlichtenden Dasein, mit dem dramatischen Leben des Theaters".

1997 kehrte Erasmus Schröter gemeinsam mit seiner Frau Annette nach Leipzig zurück. Die Serie „Hasenland“ entstand gemeinsam mit ihr. Vor schwarz-weißen Landschaften, die an die Szenerien der Romantiker erinnerten, posierten die beiden in Hasenkostümen Es entstanden ironische Sinnbilder zur Außenseiterrolle des Künstlers in der Gesellschaft.

"Für seine letzte große Serie besuchte Erasmus Schröter regelmäßig das seit 2011 jährlich in Leipzig stattfindende Gothic-Festival und porträtierte vor monochromem Hintergrund Männer, die dort in düster-schaurigen Kostümen und mit von künstlichem Blut verschmierten Gesichtern in Wettbewerben gegeneinander antreten. In der Maskerade des Grauens haben sie ihr Schönheitsideal gefunden und in der Ahnung des Todes ihr Spiel. Es ist genau der Balanceakt, den auch Erasmus Schröter zeitlebens gegangen ist.“ (Freddy Langer) Erasmus Schröter starb am 18. April 2021.