Grigori Dor

Der Prozess der Malerei von Grigori Dor beginnt mit einer Collage. Seine Quellen sind bedrucktes Papier und Bilder, die uns umgeben: Fotografien aus Printmedien, Abbildungen in Hochglanzmagazinen, Bilderschnipseln und digitale Fragmente der visuellen Information aus dem Internet. Er arrangiert sie in Collagenformationen zur lebendigen Kollisionen der gefundenen Images. Dabei spielt er mit Elementen der Figuration und Abstraktion,  Surrealismus und Dada. Durch Transformation von Bildern und Isolierung derer aus bestehenden Zusammenhängen, durch das Neukombinieren, Abfotografieren und das schließliche Übertragen auf Leinwand durch Malerei erschafft er neue Kontexte und Realitäten.
In seiner Malerei reflektiert Grigori Dor über dramatische Veränderungen der Gesellschaft im Zuge der Industrialisierung und Technologisierung, gleichzeitig untersucht er die die Verwundbarkeit und Fragilität der menschlichen Existenz. Er vereint auf seinen oft großformatigen Gemälden scheinbar Nichtzusammengehöriges zu geschlossenen Kompositionen voller inhaltlicher Überraschungen und frappierender visueller Effekte. Eine Fülle von virtuos verknüpften Teilinformationen addieren sich zu einer vielschichtigen Einheit, deren kausale Zusammenhänge eher erspürt als rational begriffen sein wollen.