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BILDZEIT - Jonathan Kraus

BILDZEIT - Jonathan Kraus
22. September 2020

 
Jonathan Kraus greift in seinem luziden Werk „to painting“ das Gemälde „Der Tod des Marat“ von Jacques-Louis David auf und übt auf subtile Weise Kritik an dem Aktivismus und den Ideologien seiner und unserer Zeit..

Der kleinwüchsige Revolutionär, Naturwissenschaftler und Arzt Jean-Paul Marat litt unter einer Hautkrankheit und saß zur Linderung oft in der Wanne. Marats demagogische Zeitung „Ami du Peuple“ war ein Sprachrohr der Sansculotten, rief zur Hinrichtung von „Volksfeinden“ auf und löste die Septembermassaker aus. Am 13. Juli 1793 wurde er von der Aktivistin Charlotte Corday erstochen.

Jacques-Louis David (1748 - 1825), ein französischer Historienmaler des Klassizismus, war zuerst für den König, schließlich als Revolutionsmaler und dann für Napoleon tätig. An der Revolution beteiligte sich David aktiv und stimmte für die Hinrichtung des Königs. Sein Bild „Der Tod des Marat“ malte David gleich nach dem Attentat und widmete es dem Erstochenen.

Jonathan Kraus (*1989, studierte in Dresden bei Ralf Kerbach und in Leipzig bei Annette Schröter) setzt Davids politisierender Widmung seine eigene Fassung entgegen. Der Schriftzug „to painting. kraus“ ist ein Statement gegen politischen Aktivismus und für das Wesentliche - in diesem Falle die Malerei. Kraus bringt sich selbst ins Bild des Aktivisten David und positioniert sich als Betrachter des toten Aktivisten Marat. Seine Züge spiegeln Nachdenklichkeit und Distanz. Kraus’ Malerei kann es technisch mit der von David durchaus aufnehmen und ist inhaltlich wesentlich reflektierter. 

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