Nguyen Xuan Huy

In der zeitgenössischen Malerei spielt sich eine stille Revolution ab – viele junge Künstlerinnen und Künstler lassen die Tabus der Moderne außer acht und begeistern sich für figürlich erzählende Malerei, wie die europäische Kunstgeschichte sie vom 14. bis zum 19. Jahrhundert kannte. Das junge Publikum der Generation Instagram reagiert enthusiastisch. Lange Kontemplation, leidenschaftliche Diskussionen, überraschende Interpretationen – all das haben wir während vergangener Ausstellungen und Messen erlebt.

Einer der stärksten Protagonisten der neuen europäischen Malerei ist Nguyen Xuan Huy, geboren 1976 in Hanoi. Seine virtuos gemalten Ölgemälde überwältigen unmittelbar in ihrer Schönheit – und sie verstören. Die eindringlichen Inszenierungen des Malers und überaus kritischen Denkers sind keine leichte Kost. Nguyens Bildwelten spiegeln den Vietnamkrieg, die kommunistische Diktatur und die gesellschaftlichen Umwälzungen und Zusammenbrüche, welche wir Europäer derzeit erleben.

Seit 1994 hat Nguyen Xuan Huy seinen festen Wohnsitz in Deutschland. Die westliche Kunstgeschichte faszinierte den Künstler von Kindheit an. Sie inspiriert den Maler zu komplexen Bildräumen, zahlreichen Zitaten, kenntnisreichen Anspielungen sowie zu einer realistischen sinnlichen Darstellungsweise des menschlichen Körpers.