Undine Bandelin
Zur Malerei Undine Bandelin
Ist es das große Drama oder die alltägliche Banalität? Oft liegt es nur dies nur einen Pinselstrich auseinander. Ob der Kleingärtner in seinem Refugium, das Brautpaar breit lächelnd im Kreise ihrer Lieben oder der Kaffeekranz in der guten Stube: Sie teilen die blinden Flecken, welche tief in ihnen schlummern, die Irrungen und Wirrungen des Selbst werden an den Zügeln gehalten und die Leichen sind tief im Keller tief vergraben. Die Fassade scheint perfekt.
Die Bilder zeigen Orte der Normen und des Normalen. Hier treten menschliche Eigenschaften zutage, wenn man sich scheinbar unbeobachtet wähnt. Nebensächlichkeiten bekommen Bedeutung, treten aus dem Dunkel hervor und konfrontieren uns dabei mit dem Wandel des scheinbar sicheren Ortes in Geschehen der Disharmonie, des Kontrollverlustes und des Ausbruchs der unter dem Deckel gehaltenen menschlichen Eigenschaften. Wie durch ein Brennglas wird der Blick auf menschlichen Obsessionen, auf Ängste und Verstrickungen gelenkt.
Der Bildraum wird zum Bühnenraum. Die verschiedensten Gestalten treten auf. Die Protagonisten verhandeln über ihre Rollen und ihren Platz in der Gruppe. Sind sie Führer, Außenseiter, Anstifter, Verführer, Regentin, Rebell und unerwünschter Mitläufer? Immer sind sie dabei mit ihren Zwiespälten und Gegensätzlichkeiten konfrontiert. Eine immerwährende Suche zwischen Angst, Getriebensein, Scheitern und Erfolg.
Diese Absurditäten des Menschseins werden in den Bildern immer wieder neu aufgedeckt. Sie werden in verschiedenen grotesken Facetten aufgezeigt – gleichzeitig auch immer mit einem selbstironischen Augenzwinkern. Sie können als Schablone auf die eigene Lebenswirklichkeit übertragen werden. Bestenfalls soll so eine Irritation entstehen, die Denkanstöße liefert.

