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Bildzeit - Mona Broschur

Bildzeit - Mona Broschur


Wer diese Bild betrachtet, scheint in eine Vitrine zu blicken. Die Rückseite ist mit einer floralen, flächig wirkenden Tapete bezogen, der Boden grau. Schaustück ist eine Vase mit Blumenmuster auf schwarzem Grund, akkurat in die Bildmitte plaziert. Lichtreflexe auf der Wölbung verstärken den Eindruck gepflegter Präsentation. 

Doch oh weh, das museale Ambiente des hübschen Stillebens wird gestört! Rosige Wurstgebilde sind von fünf Seiten her zur edlen Keramik gekrochen und scheinen sie erklimmen zu wollen. Unwillkürlich sucht man nach Schleimspuren. Doch nein, die Künstlerin hat uns keine gemalt. Sind diese Würstchen nur obszön geformte Stützen, ersonnen vom durchgeknallten Kurator? 

Allemal bringen sie das hübsche Bild durcheinander. Nicht nur die geometrische Symmetrie leidet, die ästhetische ebenfalls. Ist es seitens des Betrachters politisch inkorrekt, ja rassistisch, von dieser rosa Invasion unangenehm berührt zu sein? Asymmetrie, stellt sich heraus, kann auch psychologische Aspekte haben... 

Mona Broschár studierte am Camberwell College of Arts in London und als Meisterschülerin von Annette Schröter an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.


30. Oktober 2020

Bildzeit - Ellen Akimoto Ellen Akimoto, Nighttime, 2019, Öl und Acryl auf Leinwand, 220 x 180 cm

Bildzeit - Ellen Akimoto

Ellen Akimotos Werk „Nighttime“ zeigt einen Raum, der aus Mustern und farbigen Flächen zusammengesetzt ist wie ein Quilt. Die hergebrachten Gesetze der Räumlichkeit und der Perspektive gelten hier nicht. Das Dunkel hinter dem Fenster ist ein absolutes mattes Schwarz. 

Auf dieser eigensinnigen Bühne entspinnt sich ein introverses, eindringliches Geschehen. Eine junge Frau, den Blick in die Ferne gerichtet, Mund leicht geöffnet, Unterarme in begreifendem Gestus erhoben, erlebt den Moment eines tiefen Verstehens. Urheberin ihrer Offenbarung ist die ihr zugewandt sitzende Alte, geisterhaft, schweigend, empathisch, Besucherin aus einer anderen Dimension. 

Vor 700 Jahren setzte Giotto die Öffnung der mittelalterlichen Weltsicht zur Realität ins Bild. Ellen Akimotos Malerei zentriert die Perspektive wieder aufs Willkürliche. Damit begleitet ihre Kunst einen gesellschaftlichen Prozeß, der gegenwärtig stattfindet und sich beschleunigt. „Nighttime“ ist eines der ikonischen Bilder unserer Zeit. 

Ellen Akimoto wurde 1988 in Westlake Village, Kalifornien geboren. Sie studierte an der California State University, Chico, der Kunsthochschule Mainz und als Meisterschülerin von Annette Schröter an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.


01. Oktober 2020

BILDZEIT - Marten Schädlich Marten Schädlich, Einzelwir (Monaden), 2018, Acryl/Eitempera/Öl auf Leinwand, 150 x 110 cm

BILDZEIT - Marten Schädlich

Marten Schädlich setzt in seinem Werk „Einzelwir“ den philosophischen Begriff der Monade ins Bild, der das Einfache und Unteilbare beschreibt. Monaden sind individuell - es gibt keine zwei gleichen - und sie sind autark - es gibt nichts, was hinein- oder hinaustreten kann. Sie bilden in ihrer Gesamtheit die Wirklichkeit, obwohl sie keine reale Wirkung aufeinander ausüben können.

Zwei Türme, die aussehen wie riesige Klippen, stehen in einer Landschaft mit weiten grünen Flächen, vereinzelten Bäumen und merkwürdigen Erhebungen. Die Türme ragen bis in die Wolken. Ihre Bewohner hätten von ihren Balkonen einen großartigen Ausblick. Sie ignorieren ihn und verweilen stattdessen in Trance. Es findet keine Interaktion zwischen ihnen statt. Jeder bleibt in seiner eigenen Vision gefangen. 

Marten Schädlichs Werk „Einzelwir“ formuliert ein Gleichnis unserer Gesellschaft, die durch mangelnden Austausch und fehlende Wahrnehmung der Wirklichkeit erodiert - so wie die Turmklippen.

Marten Schädlich (*1986, studierte in Leipzig bei Annette Schröter) gestaltet seine Werke mit sehr viel Aufmerksamkeit fürs Detail. In seinen Gemälden sind zahlreiche Zeichen zu entdecken, die dem Betrachter Winke geben: so die Bananenstaude im Türbogen des rechten Turms, den Busch am Eingang zum linken Turm oder die Fahrräder, auf denen die Akteure sich klimafreundlich zu ihren Klausen begeben haben.

25. September 2020

Excavation - Nguyen Xuan Huy

Excavation - Nguyen Xuan Huy

Nguyen Xuan Huys aktuelles Werk trägt den Titel "Excavation", "Ausgrabung". Das Auge ist das Sinnbild der Wahrnehmung. Ist es vergraben, vermögen wir Gut und Böse nicht mehr zu unterscheiden. Nun versuchen wir, es wieder freizulegen...  eine Sisyphosarbeit.

Ngyuen Xuan Huy kam siebzehnjährig aus Vietnam nach Deutschland, studierte an der Hallenser Burg und absolvierte an der gleichen Kunsthochschule ein Meisterstudium. Stipendien führten ihn nach Frankreich und in die USA. Heute lebt er in Berlin.

Inspiriert durch die klassische europäische Malerei von der Renaissance bis zu den Fauves entwickelt Nguyen Bildprogramme von hoher thematischer Dichte und gesellschaftlicher Brisanz.

In den ersten Jahren nach dem Studium widmete Nguyen sich noch vietnamesischen Themen, aber seit etwa einem Jahrzehnt setzt er sich kritisch mit dem Zustand Europas auseinander. Seine Werke sind oft metaphorisch angelegt und greifen ikonische Kompositionen auf: Géricaults „Le Radeau de la Méduse“, Matisses „La Danse“, Goyas „Caprichos“ und „Desastres“, Michelangelos Deckenmalereien in der Sixtinischen Kapelle.

Nguyens Bilder sind konstruktive, vitale, perfekt inszenierte und virtuos gesetzte Provokation. Sie unterscheiden sich formell wie inhaltlich von fast allem, was wir aus der aktuellen Kunst kennen. Sie fordern ihre Betrachter emotional wie intellektuell.
 
nächste Ausstellung:
Nguyen Xuan Huy, The Mirror, Galerie Rothamel Frankfurt, 4. September bis 17. Oktober 2020

03. August 2020

Preisliste Wieland Payer

Preisliste Wieland Payer

Blue Fall, 2020 x Pastell, Aquarell und Kohle auf grundiertem MDF, 190 x 300 cm, 14700 Euro


Atlantic, 2018, Pastell und Kohle auf grundiertem MDF, 80 x 120 cm, 6000 Euro
 
Stargate, 2018, Pastell auf grundiertem MDF, 145 x 145 cm, 8700 Euro

Brand , 2019, Pastell, Aquarell und Kohle auf grundiertem MDF, 100 x 150 cm, 7500 Euro

Terra Incognita, Tondo, 2020 x Pastell, Aquarell und Kohle auf grundiertem MDF, ∅ 108 cm, 6500 Euro

Felsentor, 2018, Pastell, Aquarell und Kohle auf grundiertem MDF, 70 x 100 cm, 5100 Euro

Druse (Detail), 2020 x mixed media, 70 x 80 x 60 cm, 4500 Euro

Tal, Tondo, 2020 x Pastell und Aquarell auf grundiertem MDF, ∅ 70 cm, 4200 Euro

Kraut, 2019, Pastell, Aquarell und Kohle auf grundiertem MDF, 65 x 50 cm, 3500 Euro

Eismeer, 2020 x Pastell und Kohle auf grundiertem MDF, 15 x 18 cm, 750 Euro

Schwefelbach, 2020 x Pastell und Aquarell auf grundiertem MDF, 15 x 18 cm, 750 Euro

Pyramidenberg, 2018, Pastell und Kohle auf grundiertem MDF, 15 x 18 cm, 750 Euro

26. Juni 2020

Hans-Christian Schink im Schloß Kummerow

Hans-Christian Schink im Schloß Kummerow

Ab 20. Juni 2020 
Eröffnung: 20. Juni 2020
Kurator: Daniel Blochwitz

Die diesjährige Sonderausstellung Provincia vereint mit Fotografien von Ingar Krauss, Ute Mahler & Werner Mahler, Hans-Christian Schink und Ulrich Wüst vier Positionen, die sich auf unterschiedliche Weise dem Leben abseits der Metropolen widmen. Die Fotografische Sammlung – Schloss Kummerow leitet damit auch das neue Format einer jährlichen Wechselausstellungen ein.

Der lateinische Begriff Provincia wurde in der Verwaltungsterminologie Roms verwendet: Hier wurde die Versorgung der antiken Metropolis gesichert. Und während die spätlateinische Bedeutung des Wortes in großen Teilen Europas auch heute noch wertneutral als „Gebiet“ oder „Bezirk“ im Sprachgebrauch eingesetzt wird, ist der entsprechende deutsche Begriff „Provinz“ hier vor allem negativ besetzt.
Für viele Menschen ist Mecklenburg-Vorpommern solch ein Inbegriff von Provinz – ein naturnahes und bevölkerungsarmes Bundesland mit vergleichsweise wenigen und eher kleinen Städten. Gerade die Jugend scheint hier immer auf dem Sprung zu sein. Gleichzeitig ist die Gegend aber auch Sehnsuchtsort gestresster Großstädter mit Versprechen auf Freiräume für Träume und Experimente sowie Platz für Erholung und Zurückgezogenheit.
Die Ausstellung im Schloss Kummerow stellt die Provinz nicht als verlorene oder gar abgehängte Region dar. Stattdessen zeigen die unaufgeregten und oft poetischen Bilder eine zwar vernachlässigte, jedoch in sich ruhende Gegend voller Potenzial.

30. Mai – 28. Juni 2020
Samstag und Sonntag
11 – 17 Uhr
1. Juli – 27. September 2020
Mittwoch bis Sonntag
11 – 17 Uhr
2. Oktober – 1. November 2020
Freitag bis Sonntag 
11–17 Uhr
Feiertage während der Saison
11 – 17 Uhr


20. Juni 2020

Künstlergespräch mit Harald Reiner Gratz

Künstlergespräch mit Harald Reiner Gratz

Zum Künstlergespräch mit Harald Reiner Gratz am kommenden Samstag, 13. Juni um 14 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein. Im Anschluss haben Sie Gelegenheit zum Besuch der Eröffnung der Ausstellung "Kopfbahnhof" mit Harald Gratz und den Künstlern der Gruppe D206 in der Kunsthalle Erfurt.

11. Juni 2020

Dana Meyer in der Städtischen Galerie Ehingen

Dana Meyer in der Städtischen Galerie Ehingen

ANIMAL TRANSITION

Kühe eigenen sich Stadträume an, Rieseninsekten zeugen von bisher unentdeckten Inseln, überdimensionale Füchse machen den Jäger zum Gejagten und „Nutztiere“ werden zu Gefährten. Harmut Kiewerts Malerei und Dana Meyers Skulpturen greifen das Chimärhafte auf und geben dem Verhältnis von Mensch und Tier neuen Raum. Tierische Übergänge und tierliche Umbrüche verschränken sich zu einer Animal Transition.

Hartmut Kiewert (geb.1980) gibt in seinen einfühlsamen, lebensvollen Gemälden „Nutztieren“ ihre Persönlichkeit, Würde und Daseinsfreude zurück, indem er sie aus der qualvollen Existenz als Milch- und Fleischmaschinen entrückt und als Akteure auf Augenhöhe in unserer Alltagswelt zeigt.

Dana Meyer (geb. 1982) setzt Mensch und Tier in eine enge Wesensverwandschaft. Die geschmiedeten und geschweißten Stahlplastiken beeindrucken mit ausdrucksstarkem Charakter und ungeheurer Präsenz, die sie vor innerer Kraft vibrieren lässt. Dana Meyer entlockt somit dem harten Stahl feinste Gefühlsregungen und vertraute Lebenslinien.

 

Die beiden Leipziger Künstler verkörpern in herausragender Weise, was die Kunst aus dieser Stadt international berühmt gemacht hat: Ausdrucksvoller Realismus und handveredelte Meisterschaft in Verbindung mit einem frischen, ungewohnten Blick auf unsere Welt.


07. Juni 2020

Dana Meyer im Frommanschen Garten - Ein Projekt des Instituts für Kunstgeschichte der FSU Jena

Dana Meyer im Frommanschen Garten - Ein Projekt des Instituts für Kunstgeschichte der FSU Jena

3. Juni bis 12. Juli 2020 | Frommannscher Garten | Fürstengraben 18, 07743 Jena | Mo – Fr: 8 – 20 Uhr

Der neunte FrommannscheSkulpturenGarten zeigt Werke der Bildhauerin Dana Meyer: Auf dem Frommannschen Anwesen werden Skulpturen von eindringlicher Körperlichkeit präsentiert. Ihre Werke erschafft die Künstlerin im Medium Stahl. Sie formt Materialfundstücke im Schmiedefeuer und fügt diese durch Schweißen zusammen; so entwickeln sich Stück für Stück tierische oder menschliche Figuren aus einem stählernen Flickenwerk. Bei der Montage lässt sich die Künstlerin intuitiv vom Material leiten. Die Lücken zwischen den Segmenten erlauben Einsicht in bzw. durch die Objekte. Die so entstehende Durchlässigkeit und der Eindruck von Zerbrechlichkeit stehen im Kontrast zum massiven Material.

Öffnungszeiten 3. Juni – 12. Juli Frommannscher Garten: Fürstengraben 18, 07743 Jena Mo – Fr: 8 – 20 Uhr (Eintritt frei)


Der FrommannscheSkulpturenGarten ist ein seit 2012 jährlich im Frühsommer stattfindendes Kooperationsprojekt des Lehrstuhls für Kunstgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, des Jenaer Kunstvereins e.V. und des Kunsthofs Jena e.V. Gefördert wird die Ausstellung mit freundlicher Unterstützung von: JenaKultur, SV Sparkassen Versicherung, Sparkasse Jena-Saale-Holzland, Stadtwerke Jena-Pößneck,Thüringer Kulturstiftung.


03. Juni 2020

Buchvorstellung mit Ellen Akimoto

Buchvorstellung mit Ellen Akimoto

Creamy Feelings Curdle

Ellen Akimotos (*1988) Malerei ist figürlich, zeitgemäß und besticht durch ihren Einfallsreichtum. Wie Wolfgang Ullrich schreibt, zitiert sie „nicht einfach nur Stilmittel aus dem Repertoire der jüngeren Malereigeschichte“, vielmehr stellt sie diese „in überraschende[n], witzige[n] Beziehungen zueinander und verwandelt sie in ihrer Verbindung in etwas Neues.“ So wechseln sich „monochrome Flächen im Stil des Suprematismus“ ab mit einem neu-sachlichen Detailrealismus oder ein „gemaltes Landschaftsgemälde verwandelt sich plötzlich in eine abstrakte Malerei“ und „verschmilzt mit dem Gesicht einer Frau“.

Ellen Akimoto

Juni 2020

ISBN 978-3-7356-0714-0

21 × 27 cm

64 Seiten

34 farbige Abbildungen

Hardcover

Sprachen: Deutsch, Englisch

Herausgeber
Galerie Rothamel

Texte von
Wolfgang Ullrich

Gestaltung von
Jan Motyka

Der Katalog kostet 28 Euro und kann ab sofort bei uns bestellt werden.

 


01. Juni 2020

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